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Orthopädie & Fußchirurgie in Wien

Fuß

Fehlstellungen, Überlastung oder Verletzungen — Fußbeschwerden sind vielfältig. Konservative Maßnahmen reichen meist aus.

Orthopädie Fuß – Symbolbild
Leistungen & Beschwerdebilder

Fuß — Beschwerdebilder im Detail

Eine Übersicht der Beschwerdebilder im Bereich Fuß, jeweils mit Informationen zu Entstehung, Diagnose und Therapie. Die Texte ersetzen kein ärztliches Gespräch — bei Beschwerden klären wir die individuell richtige Behandlung gemeinsam.

Beschwerdebild 01

Fußschmerzen

Spreizfuß, Senkfuß, Plattfuß, Hallux valgus, Fersensporn, Großzehengrundgelenksarthrose, Achillessehnenprobleme – Schmerzen im Fuß sind so vielfältig wie ihre Ursachen. Fehlstellungen, Überbelastung oder auch Verletzungen können Ursache der Beschwerden sein. In den allermeisten Fällen reichen konservative Maßnahmen aus um die Probleme zu lindern oder zu lösen. Unterstützend können Einlagen oder Orthesen erforderlich sein. Sollten konservative Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg bringen, können operative Eingriffe erwogen werden.

Beschwerdebild 02

Sprunggelenksverletzungen

Was ist eine Sprunggelenksverletzung?

Häufig erfolgt eine Sprunggelenksverletzung, einer Zerrung oder Riss des Kapselbandapparates außenseitig am oberen Sprunggelenk (Außenbandruptur oberes Sprunggelenk) durch ein sogenanntes Supinationstrauma, das heißt ein Umknicken des Fußes nach Innen.

Diagnose

Zunächst kommt es zu einer starken, druckempfindlichen und schmerzhaften Schwellung sowie einem Bluterguss (Hämatom) im Bereich des Außenknöchels. Zudem kann eine Instabilität mit einem vermehrtem Seitlichen Aufklappen sowie einem vermehrten Talusvorschub bestehen. Im Röntgenbild wird das Ausmaß der Verletzung ersichtlich. Bei Verdacht auf eine Knorpelverletzung (Knorpelläsion) sollte auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Therapie

Anfangs sollte das betroffene Bein hochgelagert und gekühlt werden. Danach erfolgt die Versorgung mittels einer Sprunggelenksschiene (Orthese) und anschließend Training von Gleichgewicht, Stabilität und Körperwahrnehmung (Propriozeption) sowie der Wadenbeinmuskulatur (peronealen Muskelgruppe). Bleiben Beschwerden und/oder die Instabilität des Sprunggelenks weiterhin bestehen (rund 10–20%), ist eine operative Rekonstruktion des Kapselbandapparates möglich.

Beschwerdebild 03

Arthrose im oberen Sprunggelenk

Was ist eine Arthrose im oberen Sprunggelenk?

Arthrosen des oberen Sprunggelenkes treten zum Unterschied von Arthrosen des Hüft- und Kniegelenkes in erster Linie posttraumatisch (80%) auf. Die übrigen Fälle sind meist ebenfalls sekundärer Genese aufgrund von rheumatischen Erkrankungen oder nach Infekten (postinfektiös).

Diagnose

Nach der klinischen Untersuchung reicht meist ein Röntgen des oberen Sprunggelenkes in 2 Ebenen aus um die Diagnose zu stellen. In speziellen Fragen können zusätzliche Schnittbildverfahren (CT oder MRT) angewandt werden.

Therapie

Anfangs stehen konservative Maßnahmen im Vordergrund. Neben physikalischen Therapien und lokalen und systemischen medikamentösen Therapien, stehen bei Arthrosen des OSG Schuhzurichtungen im Sinne einer sog. Wiege zur Erleichterung des Abrollvorganges, Einlagen, Pufferabsätze und bei begleitenden Instabilitäten ggfs. auch Orthesen zur Verfügung.

Sollten diese Therapien nicht mehr den gewünschten Erfolg erzielen wird eine Operation angeraten. Im Falle einer Operation wird meistens eine Versteifung (Arthrodese) des oberen Sprunggelenkes durchgeführt. Alternativ bleibt noch die Möglichkeit eines Gelenkersatzes also die Implantation einer Endoprothese. Die Prothesen im Bereich des OSG haben allerdings noch nicht die Haltbarkeit, wie wir sie von Prothesen des Hüft- und Kniegelenkes kennen.

Beschwerdebild 04

Syndesmosen-Ruptur

Was ist eine Syndesmosen-Ruptur?

Die Syndesmose ist eine Bandverbindung zwischen Schienbein (Tibia) und Wadenbein (Fibula). Im Bereich des Unterschenkels kommt es vor allem beim Fußball und bei Kontaktsportarten zu Verletzungen der Syndesmose. Der Unfallmechanismus besteht dabei in einer Kombinationsbewegung aus Dorsalextension und Aussenrotation oder In- und Eversion des Fußes.

Diagnose

Vor allem isolierte Verletzungen der Bandhaft werden nicht selten übersehen. Klinisch steht ein Druckschmerz im Bereich des distalen Tibiofibulargelenkes ungefähr 4 cm oberhalb des Gelenksspaltes des oberen Sprunggelenkes im Vordergrund. Weiters können der sog. Frick-Test und der Squeeze-Test die Diagnose erhärten. Neben dem konventionellen Röntgen kann zusätzlich eine MRT hilfreich sein.

Therapie

Die Therapie erfolgt operativ mit Reposition des Wadenbeines durch Stellschrauben oder spezielle Implantaten (TightRope®). Die Nachbehandlung besteht in einer 6-wöchigen Gips- oder Walker- respektive Orthesenbehandlung mit Entlastung der operierten Extremität. Bei Schrauben empfiehlt sich in den meisten Fällen eine Entfernung des Osteosynthesematerials nach etwa 6 Wochen.

Beschwerdebild 05

Sinus-Tarsi-Syndrom

Was ist ein Sinus-Tarsi-Syndrom?

Schmerzen am äußeren (lateralen) Fußrand vor und unter dem Außenknöchel, die vor allem bei Belastung und selten in Ruhe auftreten, können auf ein Sinus-Tarsi-Syndrom hinweisen. Die Bezeichnung gleicht einem Sammelsyndrom, hinter welchem sich unterschiedliche Ursachen verbergen.

Diagnose

Zur Diagnose erfolgt durch eine sog. diagnostische/therapeutische Infiltration in den Sinus tarsi. Im Falle eines Sinus-tarsi-Syndroms sollte diese zu einer schlagartigen Besserung der Beschwerden führen. Ergänzend wird ein Röntgen in zwei Ebenen durchgeführt.

Therapie

Wiederholte Infiltrationen sowie zusätzliche Physiotherapie mit dem Schwerpunkt auf Gangschulung und Training der Unterschenkelmuskulatur wird empfohlen. Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen notwendig.

Beschwerdebild 06

Tarsaltunnel-Syndrom

Was ist ein Tarsaltunnel-Syndrom?

Ähnlich wie bei der Meralgia paraesthetica und dem Karpaltunnelsyndrom handelt es sich beim Tarsaltunnel-Syndrom um ein sog. Nerven-Engpass-Syndrom am Fuß. Hierbei kommt es zu einer mechanischen Reizung des Schienbeinnerves (Nervus tibialis posterior). Verletzungen (Traumen) und zu enges Schuhwerk sowie ggfs. Fußfehlstellungen stellen die häufigsten Ursachen dieses Syndroms dar.

Diagnose

Klinisch stehen Schmerzen und Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühl am inneren Fußrand im Vordergrund. Die Schmerzen können nachts verstärkt auftreten und in die Fußsohle ausstrahlen. Zur Unterstützung der Diagnose können elektroneurographische Untersuchungen (NLG und EMG) erwogen werden. Bei der Bildgebung empfiehlt es sich Nativröntgen, gefolgt von Sonographie und MRT, einzusetzen.

Therapie

Die konservative Therapie mit Injektionen von lokalen Betäubungsmitteln (Lokalanästhetika) und Steroiden sowie das Tragen von bequemen, weiten Schuhen und Einlagen zur Entlastung des Fußgewölbes, stellt die Therapie der ersten Wahl dar. Sollten die Beschwerden trotz dieser Behandlung weiterhin bestehen, erfolgt eine operative Dekompression durch Freilegen des Nervs unter dem Retinaculum flexorum.

Beschwerdebild 07

Spreizfuß

Was ist ein Spreizfuß?

Bei einem Spreizfuß (Pes transverso-planus) sinkt das Fußquergewölbe unnatürlich weit ab. Die Ursachen sind äußere Faktoren wie Übergewicht oder falsches Schuhwerk (schwach ausgeprägtes oder fehlendes Fußbett).

Diagnose

Durch das Absinken des Quergewölbes werden die Mittelfußköpfchen schwer belastet. Die Folge sind Schmerzen und eventuell auch Verhornungsstörungen bis zur Bildung von Hühneraugen (Clavus). Durch die Veränderung der Sehnen-Zugrichtung im Fuß können sich schief stehende Großzehen (Hallux valgus) oder Kleinzehen entwickeln.

Therapie

Im frühen Kindesalter wird mittels Fußgymnastik eine Kräftigung der Fußmuskulatur angestrebt. Diese sollte auch bei Erwachsenen nebst Einlagen mit Quergewölbestützen, die die Mittelfußköpfchen entlasten sollen, forciert werden. Einlagen allein bewirken eine rein passive Korrektur und daher keinen nachhaltigen Effekt. Führen diese konservativen Therapien nicht zur gewünschten Druckentlastung, stehen verschiedene Operationsverfahren (Mittelfußosteotomien) zur Wahl. Nach der Operation erhalten die Patienten üblicherweise Spezialschuhe, die meist 6 Wochen getragen werden.

Beschwerdebild 08

Knickfuß / Senkfuß

Was ist ein Knickfuß oder Senkfuß?

Beim Knicksenkfuß (Pes planovalgus) muss zwischen der harmlosen, physiologischen Fußdeformation bei Kleinkindern und der krankhaften (pathologischen) Form bei Jugendlichen oder Erwachsenen unterschieden werden. Durch Muskelschwäche, Übergewicht, X-Bein-Stellung des Kniegelenkes sowie zu wenig Halt der Bänder kann die vermeintliche Fehlhaltung mit zunehmenden Lebensalter in eine echte Deformität übergehen.

Diagnose

Kinder und Jugendliche klagen üblicherweise anfangs nur selten über Fußschmerzen. Bei Erwachsenen treten Beschwerden meist an der Fußinnenseite entlang der Tibialis posterior Sehne auf. Die Untersuchung erfolgt im Gehen, Stehen und Liegen. Sind die Veränderungen soweit fortgeschritten, dass eine passive oder aktive Korrektur nicht mehr möglich ist, spricht man von einem rigiden Knicksenkfuß.

Therapie

Der kindliche Knicksenkfuß hat in der Regel eine sehr gute Prognose. Unterstützend können Einlagen verschrieben werden, wobei der wesentlich wichtigere Therapiepfeiler die aktive Fußgymnastik ist. Bei Erwachsenen können ebenfalls Einlagen verordnet werden, wobei auch hier eine entsprechende Schulung und eine Fußgymnastik erfolgen sollte. Operative Therapien bei Kindern sind nur sehr selten notwendig. Bei Erwachsenen kann bei Beschwerden und flexiblen Formen im weiteren Verlauf eine Tenolyse/Tenosynovektomie der Tibialis-posterior-Sehne und bei fortgeschrittener Degeneration auch ein Sehnentransfer durchgeführt werden.

Beschwerdebild 09

Hammerzehen und Krallenzehen

Was sind Hammerzehen?

Besteht eine fixierte Beugung des Zehenendgelenks bei gestrecktem Grundgelenk, so wird dies als Hammerzehe bezeichnet. Die Krallenzehe hat im Unterschied dazu eine Überstreckung im Grundgelenk bei gebeugten Mittel- und Endgelenken und hat bei normalem Auftritt keinen Kontakt zum Boden.

Diagnose

Die Diagnose wird zumeist rein klinisch gestellt. Häufig treten diese Fehlstellungen in Kombination mit anderen Fehlstellungen wie z.B. dem Senk-Spreizfuß auf. Ergänzend werden zumeist Röntgen in 2 Ebenen im Stehen angefertigt.

Therapie

Neben lokalen Behandlungen der Hornhautschwielen und der Fehlstellung werden Hammer- und Krallenzehen meist operativ behandelt. Hammerzehen werden zumeist mittels einer sog. Resektions-Arthroplastik nach Hohmann behandelt. Bei Krallenzehen muss zusätzlich die Fehlstellung im Zehengrundglied behoben werden. Die Nachbehandlung erfolgt mittels Zügelungsverband und Spezialschuh, meist für 2–4 Wochen.

Operative Behandlung: Fusschirurgie
Beschwerdebild 10

Hallux valgus

Was ist ein Hallux valgus?

Beim Hallux valgus kommt es zu einer verstärkten seitlichen Auslenkung der Großzehe nach außen (lateral). Meist tritt diese Fehlstellung in Kombination mit einem nach innen gerichteten 1. Mittelfußknochen auf. Genetische Faktoren, falsches Schuhwerk, ein bestehender Senk-Spreizfuß sowie Übergewicht begünstigen diese Fehlstellung. Durch diese kommt es häufig zu einem sogenannten Schuhkonflikt mit Druckstellen und Schleimbeutelentzündungen über dem Gelenk.

Diagnose

Die Diagnose wird zunächst klinisch gestellt. Zur Bestimmung des Ausmaßes der Fehlstellung werden zudem Vorfußröntgen im Stehen im seitlichen und dorsoplantaren Strahlengang angefertigt.

Therapie

Zunächst sollte der ursächliche Spreizfuß mittels Einlagen behandelt werden. Spezielle Hallux-valgus-Nachtlagerungsschienen können solange sie getragen werden korrigierend wirken, allerdings ist dieser Effekt in aller Regel nicht von Dauer. Sollten die Beschwerden stark ausgeprägt sein empfiehlt sich daher die Operation. Bei der operativen Therapie stehen verschiedene Eingriffe abhängig vom Ausmaß der Großzehenfehlstellung zur Verfügung. Je höher das Ausmaß der Fehlstellung desto proximaler also körpernäher muss eine knöcherne Korrektur erfolgen. Die Nachbehandlung richtet sich nach dem Ort der Korrektur.

Operative Behandlung: Fusschirurgie
Beschwerdebild 11

Hallux rigidus

Was ist ein Hallux rigidus?

Der Hallux rigidus umschreibt die Arthrose des Großzehengrundgelenkes. Ursächlich kommen neben Verletzungen und Überbelastungen vor allem Rheuma und Gicht in Frage. Im Anfangsstadium, in welchem durch knöcherne Anbauten streckseitig in erster Linie das Abrollen erschwert ist, spricht man gelegentlich auch vom sog. Hallux limitus.

Diagnose

Die Diagnose erfolgt in erster Linie klinisch. Das Großzehengrundgelenk ist oft verdickt und gelegentlich auch gerötet. Betroffene entwickeln meist einen charakteristischen Schongang. Ergänzend werden Röntgen des Vorfußes im Stehen in 2 Ebenen angefertigt um das Ausmaß der Arthrose zu bestimmen.

Therapie

Im Anfangsstadium reichen konservative Maßnahmen aus. Diese beinhalten lokal abschwellende Maßnahmen, schmerz- und entzündungshemmende Medikamente sowie Physiotherapien/manuelle Therapien. Initial können Schuheinlagen bzw. eine sog. Rigidusfeder den Abrollvorgang erleichtern. Nur wenn all diese Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg führen, sollte eine Operation angedacht werden. Im Frühstadium wird eine sog. Cheilektomie durchgeführt. Bei einer stärkeren Abnützung stehen drei Operationsverfahren zur Verfügung: Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes, Gelenksversteifung (Arthrodese) oder Kunstgelenk. Die am häufigsten angewandte Methode stellt die Versteifung des Großzehengrundgelenkes dar.

Operative Behandlung: Fusschirurgie
Beschwerdebild 12

Haglundexostose

Was ist eine Haglundexostose?

Die Haglundexostose beschreibt eine höckerartige Erhöhung und Verbreiterung des Fersenbeins unmittelbar vor dem Achillessehnenansatz.

Diagnose

Klinisch imponiert die Ferse meist verdickt und druckschmerzhaft. Durch die Verdickung kommt es meist zusätzlich zu einem Schuhkonflikt, was den schmerzhaften Prozess zusätzlich negativ beeinflussen kann.

Therapie

Anfangs ist eine konservative Therapie mit entzündungshemmenden Maßnahmen und entsprechendes Schuhwerk zur Druckentlastung empfehlenswert. Eine Erhöhung des Absatzes mit einem Gelkissen oder einer Puffereinlage kann den Druck des Höckers auf die Achillessehne reduzieren. Zusätzlich kann die Anwendung von physikalischen Maßnahmen sowie eine Stoßwellentherapie angedacht werden. Bei anhaltenden Beschwerden kann eine Abtragung des Überbeins erwogen werden.

Beschwerdebild 13

Fersensporn (Plantarfasziitis)

Was ist ein Fersensporn?

Ein Fersensporn (=Plantarfasziitis) ist ein fußsohlenwärts gelegener knöcherner Sporn des Fersenbeines. Ursächlich kommt es durch Überlastung und Reizung der Plantarfaszie durch Zug zur Bildung eines sog. Traktionsosteophyten. Der knöcherne Sporn stellt also nur das Ergebnis der Sehnenentzündung und nicht deren Ursache dar. Begünstigend wirken Übergewicht, zu hartes Schuhwerk, Überbelastung, eine Abflachung des Fußlängsgewölbes sowie eine Verkürzung der Wadenmuskulatur.

Diagnose

Typische Symptome sind starke Schmerzen nach Belastung, wobei anfangs vor allem die ersten Schritte nach längerem Stehen oder Sitzen schmerzhaft sind. In der klinischen Untersuchung zeigt sich eine Druckschmerzhaftigkeit der Fußsohle im Bereich der Ferse. Die Diagnose wird letztendlich durch das Röntgen bestätigt. Das Ausmaß der Beschwerden korreliert nicht mit der Größe des Fersensporns.

Therapie

Eine Behandlung sollte nur dann erfolgen, wenn Beschwerden bestehen. Wichtig ist es die Therapie möglichst kausal zu gestalten. Bei begleitenden Fehlstellungen können nebst Stärkung der Muskulatur auch passive Maßnahmen wie Einlagen verordnet werden. Weiters können zur lokalen Therapie Infiltrationen sowie physikalische Therapien durchgeführt werden. Manuelle Therapie insbesondere Faszientechniken können ebenfalls sehr hilfreich sein. Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die extrakorporale Stoßwellentherapie. Eine operative Entfernung des Fersenspornes ist nur bei therapieresistenten Verläufen angezeigt.

Beschwerdebild 14

Achillessehnenriss

Was ist ein Achillessehnenriss?

Die Achillessehne ist eine der kräftigsten Sehnen des menschlichen Körpers. Sie stellt die sehnige Verbindung zwischen Wadenmuskulatur und Fersenbein dar. Die häufigste Rissstelle liegt etwa 4–6 Zentimeter oberhalb ihres Ansatzes am Fersenbein. Ursächlich kommt es vor allem bei Sprint- und Sprungbelastungen (sog. Stop-and-Go-Sportarten) zu Rissbildungen. In den meisten Fällen bestehen Vorschädigungen oder degenerative Veränderungen der Achillessehne. Eine gesunde Sehne reißt fast nie.

Klinik und Diagnose

Initial berichten Patienten meist über ein knallartiges Geräusch, welches häufig als sog. „Schnalzer“ beschrieben wird. Der aktive Zehenstand ist bei Komplettruptur in der Regel nicht mehr möglich. Bei der klinischen Untersuchung zeigt sich zudem eine tastbare Delle. Von Seiten der Bildgebung stellt die Ultraschalluntersuchung (Sonographie) die Methode der Wahl dar. Vor einer etwaigen Operation empfiehlt es sich zudem eine MRT durchzuführen.

Therapie

Frische Rupturen sollten nach initialer Abschwellung möglichst rasch operativ versorgt werden. Ist eine Operation nicht möglich, kann auch eine konservative Therapie mittels Gips erwogen werden. An Operationstechniken stehen etwa die offene End-zu-End-Sehnennahttechnik oder minimal-invasive perkutane Nahttechniken zur Verfügung.

Nach der Operation wird ein Unterschenkelgips in 20–30-grädiger „Spitzfußstellung“ bis zur gesicherten Wundheilung angelegt. Im weiteren Verlauf kann die Spitzfußstellung sukzessive zurückgenommen werden. Die Dauer der Befristung beträgt üblicherweise 6–8 Wochen. Regelmäßige sportliche Belastung sollte frühestens ab dem vierten Monat erfolgen, „Stop and Go“-Sportarten frühestens nach 6, meist erst nach 9 Monaten.

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