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Orthopädie & Kniechirurgie in Wien

Knie

Knieschmerzen zählen zu den häufigsten orthopädischen Beschwerden. Viele lassen sich konservativ behandeln — bei Bedarf steht die schonende Arthroskopie zur Verfügung.

Orthopädie Knie – Symbolbild
Leistungen & Beschwerdebilder

Knie — Beschwerdebilder im Detail

Eine Übersicht der Beschwerdebilder im Bereich Knie, jeweils mit Informationen zu Entstehung, Diagnose und Therapie. Die Texte ersetzen kein ärztliches Gespräch — bei Beschwerden klären wir die individuell richtige Behandlung gemeinsam.

Beschwerdebild 01

Knieprobleme und Knieschmerzen

Behandlung und Therapie

Knieschmerzen sind wahrscheinlich einer der häufigsten Gründe für eine Konsultation eines Orthopäden und Unfallchirurgen. Vor einer etwaigen konservativen oder operativen Therapie gilt es die Ursache für die zur Konsultation führenden Beschwerden zu finden. Die Dringlichkeit der Abklärung richtet sich zunächst nach Ausmaß der Beschwerden und nicht zuletzt nach der vermeintlichen Ursache (Unfall/Trauma oder Abnützung (degenerativ)).

Operation – ja oder nein?

In meinen Augen lässt sich bei einer Vielzahl von Knieproblemen ein operativer Eingriff vermeiden oder zumindest hintanhalten. Besonders der sog. vordere Knieschmerz früher auch Chondropathia patellae bezeichnet, bedarf meist keiner operativen Therapie. Auch bei degenerativen Meniskusrissen ist in jüngster Vergangenheit der Trend weg von der OP gegangen. Dies gilt insbesondere wenn keine mechanischen Irritationen oder Einklemmungen vorhanden sind und eine bereits beginnende Abnützung des Kniegelenkes das Beschwerdebild besser erklärt, als dies durch die vermeintliche Meniskusschädigung der Fall wäre. Sollte jedoch eine Operation im Sinne einer Kniegelenksspiegelung (Arthroskopie) zur Sanierung eines Meniskus- oder Kreuzbandrisses oder ein Gelenksersatz (Knie-TEP oder Halbschlitten) notwendig sein, berate ich Sie gerne in meiner Ordination.

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Meniskusverletzungen

Definition

Im Kniegelenk befinden sich zwei, halbmondförmige Menisci, jeweils im inneren und äußeren Gelenksspalt. Ihre Aufgabe besteht zum Einen im Ausgleich der ungenauen Passform der Gelenksflächen von Oberschenkel (Femur) und Unterschenkel (Tibia) und zum Anderen in der Funktion als Stoßdämpfer. Letztere ergibt sich durch den Aufbau des Meniskus aus Faserknorpel. Der Meniskus wird lediglich an seiner Basis mit Blutgefäßen versorgt, was erklärt warum vor allem die inneren Anteile des Meniskus nicht heilen können.

Meniskusverletzungen gehören zu den häufigsten Sportverletzungen, wobei der Innenmeniskus öfter betroffen ist als der Außenmeniskus. Der Innenmeniskus ist mit dem inneren Seitenband verwachsen und deshalb in seiner Beweglichkeit eingeschränkt, was in für Verletzungen anfälliger macht. Die meisten Verletzungen entstehen aufgrund von Vorschädigungen im Meniskusgewebe und seltener bedingt durch ein Trauma. Direkte traumatische Meniskusrisse kommen hingegen vor allem bei sog. „Stop and Go“-Sportarten wie Tennis, Fußball, aber auch beim Skisport auf.

Diagnose

Die Diagnose einer Meniskusverletzung wird zumeist klinisch gestellt. In der Literatur gibt es eine Vielzahl von Tests um sowohl den Innen- als auch den Außenmeniskus zu testen. In der Regel werden hierbei Kombinationsbewegungen durchgeführt um so die unterschiedlichen Anteiles des Meniskus zu prüfen. Von bildgebender Seite ist die MRT das Mittel der Wahl um die Binnenstrukturen des Kniegelenkes so auch die Menisci darzustellen.

Therapie

Je nach Art des Risses oder der Verletzung gibt es unterschiedliche Operationsmethoden bzw. Behandlungsformen. Rissbildungen, insbesondere solche die zu mechanischen Irritationen des Kniegelenkes führen (Ergussbildung und Einklemmung mit konsekutiver Streckhemmung des Kniegelenkes), sollten operativ saniert werden. Im Falle von basisnahen Rissen bei jungen Patienten kann, trotz schlechter Durchblutung des Meniskus, eine Rekonstruktion mittels Meniskusnaht versucht werden. Bei allen anderen Rissformen bleibt nur die Entfernung sog. Teilmenisektomie des schadhaften Meniskus. Bei rein degenerativen Rissen ohne mechanische Irritation und bereits bestehender beginnender Arthrose (Abnützung des Kniegelenkes) macht eine alleinige Meniskuschirurgie keinen Sinn.

Operative Behandlung: Meniskuschirurgie
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Kreuzbandriss

Was ist ein Kreuzbandriss?

Die Kreuzbänder verlaufen wie Ihr Name bereits vermuten lässt, überkreuzt durch das innere des Kniegelenkes. Das vordere Kreuzband (VKB, Ligamentum cruciatum anterius) verläuft hierbei von der gelenkszugewandten Außenseite des Oberschenkels zur inneren Seite der sog. Area intercondylaris des Schienbeins. Das hintere Kreuzband (HKB, Ligamentum cruciatum posterius) zieht gegenläufig von der Innenseite des Oberschenkels zur Mitte des Schienbeins allerdings hinter dem VKB. Ein Riss des Kreuzbandes führt meist zu einer deutlichen Instabilität des Kniegelenks. Diese wird von den Patienten oft als „Auslassen des Beines“ im Sinne einer sog. Giving way Attacke bemerkt.

Am häufigsten wird das vordere Kreuzband bei Sportunfällen (Ski, Fußball, Handball, Basketball, etc.) verletzt. Dabei kommt es meist zu einem kombinierten Bewegungstrauma – vor allem Beugung und Außenrotation des Kniegelenks bei gleichzeitiger X-Beinstellung (Valgus-Stellung). Diese Traumata führen nicht selten auch zu sog. Kombinationsverletzungen wie z.B. der „unhappy triad“ (Riss des medialen Seitenbandes, des medialen Meniskus und des VKB). Die seltenere Verletzung des hinteren Kreuzbandes tritt meist bei Anpralltraumen sitzend im Auto (sog. dashboard injury) oder Druck auf den Unterschenkel mit nach hinten gerichteter Kraft bei gebeugtem Kniegelenk auf. Das HKB hat im Gegensatz zum VKB ein Potential zur Heilung, weshalb bei entsprechenden Fällen eine konservative Therapie mit Schiene möglich ist.

Diagnose

Die Diagnose richtet sich zunächst nach der klinischen Untersuchung. Hierbei wird eine Verschiebung des Unterschenkels im Gegensatz zum Oberschenkel nach vorne und hinten durchgeführt. Bei dieser Verschiebung auch „Translation“ genannt, erfolgt die Beurteilung der Wegstrecke die sich der Unterschenkel in Relation zum Oberschenkel verschieben lässt. Die Überprüfung erfolgt immer im Seitenvergleich zur gesunden Seite. Ist eine im Vergleich zum gesunden Knie abnormale Verschiebung des Schienbeins nach vorne festzustellen (sog. positive vordere Schublade) ist dies ein Hinweis für eine Verletzung des VKB. Eine vermehrte Translation nach hinten deutet auf eine Verletzung des HKB (pos. hintere Schublade). Regelhaft findet man bei einer frischen Verletzung auch eine Kniegelenkserguss, der durch eine Einblutung in das Gelenk entsteht (sog. Hämarthros).

Als bildgebende Verfahren werden routinemäßig Röntgen des Kniegelenkes in 2 Ebenen veranlasst, welche etwaige knöcherne Begleitverletzungen wie z.B. Brüche des Schienbeinkopfes miterfassen können. Das klassische diagnostische Verfahren zur Beurteilung des Kapsel-Bandapparates ist die magnetresonanztomographische Untersuchung (MRT).

Therapie

Operation oder konservativ? Nicht immer ist in Fällen eines Kreuzbandrisses eine Operation notwendig. Die Entscheidung ob und wie operiert wird, sollte immer gemeinsam von Arzt und Patient im Hinblick auf Alter, sportliche Aktivität und subjektivem Instabilitätsgefühl getroffen werden. Ist der Betroffene nicht übermäßig sportlich aktiv und fühlt sich durch den Kreuzbandriss nicht im Alltag behindert, ist meist kein operativer Eingriff am Knie notwendig. In diesem Fall erfolgt ein gezielter Muskelaufbau (Quadriceps und Hamstrings), um die Instabilität zu kompensieren.

Bei sehr jungen und sportlich aktiven Menschen sowie Patienten bei denen trotz konservativer Therapie mit ausreichendem Muskelaufbau keine Stabilität erreicht werden kann, empfiehlt sich die Kreuzbandplastik. Diese wird heutzutage arthroskopisch durchgeführt. Für den Ersatz des Kreuzbandes stehen unterschiedliche Transplantate zur Verfügung, wobei in Europa in den meisten Fällen eine sog. Semitendinosus-Gracilis Plastik herangezogen wird. Alternativ stehen noch eine sog. Patellarsehnenrekonstruktion (sog. BTB bone-tendon-bone Technik) und die Verwendung der Quadricepssehne zur Verfügung.

Die postoperative Rehabilitation erfolgt unmittelbar nach der Operation und dauert je nach Technik, vier bis sechs Wochen. Ich empfehle generell eine Teilbelastung für 4 Wochen. Danach ist eine Belastung mit dem ganzen Körpergewicht möglich. Wettkampfsport im professionellen Bereich sollten in den ersten sechs bis neun Monaten vermieden werden. Alltagsbelastungen nach einer Kreuzband OP sind allerdings verhältnismäßig rasch wieder möglich.

Operative Behandlung: Kreuzbandchirurgie
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Seitenbandverletzungen

Verletzungen des Innenbandes

Das innere (mediale) Seitenband (Ligamentum collaterale tibiale oder mediale, LCM) stabilisiert das Kniegelenk auf dessen Innenseite. Bei Verletzungen des medialen Kapselbandapparates kommt es zu Druckschmerz und Schwellungen im Verlauf des Bandes. Das Innenband (LCM) teilt sich grob in einen oberflächlichen und tiefen Anteil. Der tiefe Anteil ist mit dem Innenmeniskus verbunden, was häufig zu Begleitverletzungen dieser Struktur führt.

Diagnose (Innenband)

Ist bei leicht gebeugtem Knie eine vermehrte Aufklappbarkeit möglich (vor allem bei mittlerer Beugung von ca. 25°–35°), wird eine Seitenbandverletzung vermutet. Neben der klinischen Untersuchung sollte immer ein Röntgen und ggfs. ein MRT veranlasst werden. Sowohl klinisch als auch radiologisch hat sich zudem eine 3-teilige Graduierung durchgesetzt: Eine Läsion 1. Grades beschreibt eine Zerrung des Bandes, eine Läsion 2. Grades einen Teilriß (Partialruptur), die 3.-gradige Läsion eine Komplettruptur mit Kontinuitätsunterbrechung des Bandes.

Therapie (Innenband)

Bei 1.- und 2.-gradigen Bandverletzungen ist eine frühfunktionelle Therapie empfehlenswert: Ruhigstellung mit Hilfe einer Knie-Immobilisationsschiene mit einem sperrbaren Scharniergelenk, Kühlung und medikamentöse Schmerztherapie. Ein operativer Eingriff ist nur bei größeren knöchernen Seitenbandausrissen oder bei Verletzungen von mehreren Bändern notwendig (sog. multidirektionale Instabilität). Bei kombinierten Bandverletzungen insbesondere bei Kombination mit Kreuzbandrissen ist meist nur die Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes nötig.

Laterale Kapselbandverletzungen

Verletzungen des lateralen Seitenbandes (Lig. collaterale fibulare oder laterale, LCL) treten im Vergleich zu Verletzungen des Innenbandes seltener auf. Im Falle einer Verletzung des Außenbandes kommt es nahezu immer auch zu Verletzungen der hinteren, äußeren Kapsel (sog. postero-laterale Kapselecke). Erschwerend kommen bei Verletzungen des äußeren Kapselbandapparates durch seine enge Lagebeziehung häufig Begleitverletzungen des Nervus peroneus hinzu. Bei einer rein lateralen Verletzung erfolgt meist eine konservative Therapie mittels Ruhigstellung, Kühlung und Schmerzmittel. Bei Kombinationsverletzungen insbesondere bei Verletzungen der hinteren Kapselecke mit anhaltender Instabilität sind aufwendigere Rekonstruktionen notwendig.

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Patellaspitzensyndrom (Jumpers Knee)

Was ist ein Patellaspitzensyndrom?

Das Patellaspitzensyndrom äußert sich wie der Name schon sagt, durch Schmerzen im unteren Bereich der Kniescheibe (Patella) – am Übergang zur Patellasehne. Die Kniescheibe schützt das Kniegelenk und ermöglicht als größtes Sesambein des menschlichen Körpers eine bessere Kraftübertragung des Oberschenkelmuskels (Musculus quadriceps femoris). Ursache dieses Syndroms sind in erster Linie Überlastungen – vor allem bei wiederholten Sprung- und Laufbewegungen.

Diagnose

Anfangs stehen meist Schmerzen vor allem nach intensiverer Belastung im Vordergrund. Im weiteren Verlauf kann es auch zu Belastungs- und Ruheschmerzen kommen. Lokal fallen ein Druck- und Dehnungsschmerz auf. Eine Schwellung im Bereich des unteren Patellpols kann, muss allerdings nicht vorhanden sein.

Therapie

Wie bei allen Überlastungen stellt die wichtigste Maßnahme die Modifikation der Belastung dar. Heutzutage wird eher eine Belastungsmodifikation favorisiert, da die Immobilisation zu Bewegungseinschränkungen und strukturellen Veränderungen des Gewebes führen kann. Spezielle Taping Verfahren und Querfriktionen sowie gezielte Physiotherapie führen meist zu einer deutlichen Schmerzlinderung. Im weiteren Verlauf sind ein spezieller Muskelaufbau sowie Dehnung der betroffenen Sehnen anzuraten. Lokal können Kälteapplikationen, Topfenwickel und ggfs. die Einnahme schmerz- und entzündungshemmender Medikamente (NSAR) oder die lokale Infiltration Abhilfe schaffen. An zusätzlichen Maßnahmen können reizunterdrückende Stromanwendungen sowie eine Salicylationtophorese und ggfs. Stoßwellenapplikationen (ESWT) hilfreich sein.

Bei langandauernden und therapieresistenten Schmerzen ist auch eine Arthroskopie denkbar, bei welcher die Entfernung des vermeintlichen entzündlichen Gewebes vorgenommen wird, wodurch eine Heilung induziert werden soll.

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Baker-Zyste (Poplitealzyste)

Was ist eine Baker-Zyste?

Die Baker-Zyste oder auch Poplitealzyste genannt, ist eine nach einem Londoner Chirurgen benannte Zyste, welche durch einen erhöhten Gelenksflüssigkeitsdruck in der Kniekehle – in der hinteren (dorsalen) Kniegelenkskapsel entsteht. Eine Bakerzyste ist lediglich eine Aussackung der Gelenkskapsel an der Rückseite des Kniegelenkes. Sie sind nicht immer schmerzhaft und im Grunde harmlos. Beim Erwachsenen stellt eine Binnenschädigung des Kniegelenkes oder eine andere Ursache für einen Gelenkserguss, z.B. eine rheumatoide Arthritis, die Ursache für die Entstehung der Bakerzyste dar.

Diagnose

Ein Spannungsgefühl und eine meist druckschmerzhafte Schwellung in der Kniekehle deuten auf eine Baker-Zyste hin. Die Schmerzen sind zumeist nicht sehr stark ausgeprägt und können je nach Belastung wechseln. Differentialdiagnostisch muss eine tiefe Beinvenenthrombose und bei Rötung und Fieber auch ein Rotlauf (Erysipel) ausgeschlossen werden.

Therapie

Therapeutisch gilt es die Ursache und nicht das Symptom zu beheben. Die gängigste Therapie stellt daher die Beseitigung des zugrundeliegenden Meniskusschadens oder bei der rheumatoiden Arthritis etwa die Entfernung der inneren Gelenkschleimhaut (Synovektomie) dar. In Ausnahmefällen kann eine Resektion der Bakerzyste über die Kniekehle erforderlich sein.

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Morbus Ahlbäck

Was ist Morbus Ahlbäck?

Kommt es am kniegelenknahen Oberschenkel zu einer Minderdurchblutung des Knochens, führt dies zum Abbau und Absterben desselben (Osteonekrose, Knocheninfarkt). Klassischerweise betrifft dies den medialen also innen liegenden Anteil des kniegelenknahen Oberschenkels (medialer Femurcondyl). Die Ursache ist weitgehend unbekannt. Gehäuft treten die Veränderungen zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr vorwiegend bei Frauen auf.

Diagnose

Röntgenbild und vor allem Magnetresonanztomographie (MRT) werden zur Diagnose herangezogen. Während man im Röntgen erst in den späteren Stadien eine Verdichtung sog. Sklerose erkennen kann, ist es im MRT möglich bereits frühe Formen zu erkennen. Klinisch stehen zunächst belastungsabhängige-, später auch Ruheschmerzen im Vordergrund.

Therapie

Im Frühstadium werden schmerz- und entzündungshemmende Medikamente verabreicht sowie Ruhigstellung/Entlastung des betroffenen Kniegelenks verordnet. Zusätzlich stehen entweder durchblutungsfördernde Substanzen oder auch knochenabbauhemmende Medikamente (z.B. Bisphosphonate) zur Verfügung. Von operativer Seite stehen neben der Entlastungsbohrung (sog. „core decompression“) und Knorpelknochentransplantaten (sog. „OATS“ Technik) als gelenkserhaltende Maßnahmen, letztendlich auch noch der Gelenksersatz (partiell oder komplett) zur Auswahl.

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Osteochondritis dissecans (OD)

Was ist Osteochondritis dissecans?

Bei der OD handelt es sich ähnlich wie beim Morbus Ahlbäck um eine vermeintliche Minderdurchblutung des kniegelenknahen Oberschenkelknochens. Als Folge dieser kommt es zu einem Absterben (Nekrose) des Knorpels und des Knochens. Die Erkrankung tritt typischerweise im jugendlichen Alter auf, wird jedoch häufig erst später diagnostiziert. Im Rahmen der Minderdurchblutung kann es zu einer Loslösung von Knorpelteilen kommen. Diese kommen dann als sog. freie Gelenkskörper im Kniegelenk zu Liegen und können Reizergüsse und Blockaden verursachen.

Diagnose

Im Frühstadium treten nur selten Beschwerden auf. Erst im späteren Krankheitsverlauf kommt es zu belastungsabhängigen Knieschmerzen mit rezidivierenden Ergüssen. In der Anfangsphase (Stadium I und II) sind Veränderungen lediglich in der MRT zu sehen. Bei zunehmender Loslösung des Knorpels (Stadium III und IV) werden die Veränderungen auch im Röntgen sichtbar. Mittel der Wahl zur Sicherung der Diagnose stellt nach initialem Röntgen die MRT dar.

Therapie

Im Frühstadium kann das Knie mithilfe einer Orthese stabilisiert werden. Das Gelenk sollte zudem geschont werden. Auf Sprung- und Laufsportarten sollte verzichtet werden. Bei deutlichen Beschwerden kann eine OP in Erwägung gezogen werden: Im Stadium I wird eine sog. retrograde Bohrung durchgeführt, im Stadium II je nach Knorpelschädigung auch eine anterograde Bohrung von der Gelenksseite. Sofern sich schon Knorpelteile ablösen, wird versucht, die freien Gelenkskörper mittels spezieller Stifte oder Pins zu refixieren. Weitere Möglichkeiten sind sog. Zylindertransplantationen (OATS) oder die Transplantation von vorher entnommenen und gezüchteten Knorpelzellen (ACT oder MACI).

Operative Behandlung: Knorpelchirurgie
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Morbus Osgood-Schlatter

Was ist Morbus Osgood-Schlatter?

Darunter versteht man eine schmerzhafte Reizung der Kniescheibensehne (Ligamentum patellae) an deren Ansatz am vorderen Schienbein (sog. Apophysitis der Tuberositas tibiae). Diskutiert werden Minderdurchblutungen, bei gleichzeitiger Überbelastung am wachsenden Skelett. Diese Erkrankung tritt vor allem bei Buben zwischen dem 10. und 14. Lebensjahr auf. Klinisch stehen Schmerzen und Schwellung im Bereich des Patellasehnenansatzes im Vordergrund. In der Regel heilt die Erkrankung nach Abschluss des Wachstums folgenlos aus.

Therapie

Eine Operation ist nur in Ausnahmefällen nötig. Sportkarenz bzw. Modifikation der Belastung und physikalische Maßnahmen, sowie Physiotherapie und Querfriktionen sind hilfreich. Zusätzlich kann die orale Einnahme von Schmerzmitteln und – bei schwierigen Verläufen – die temporäre Ruhigstellung mit Hilfe einer Knie-Orthese notwendig werden.

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Patellaluxation (Verrenkung der Kniescheibe)

Was ist eine Patellaluxation?

Eine Ausrenkung der Kniescheibe aus ihrem Gleitlager am Oberschenkel (Femur) wird Patellaluxation genannt. Diese Luxation tritt faktisch immer nach außen auf. Mädchen vor dem 20. Lebensjahr sind am häufigsten betroffen. Unterschiedliche Ursachen können dazu führen: Gleitlager- oder Patella-Fehlbildung (Dysplasie), ein zu überstreckbares Knie aufgrund einer allgemeinen Lockerheit von Bändern oder ein Einriss des inneren Aufhängeapparates der Kniescheibe (mediales patellofemorales Band, MPFL).

Diagnose

Die Diagnostik erfolgt durch Röntgen und Magnetresonanztomographie (MRT). Im Röntgen wird eine sogenannte Patella-Defilée-Aufnahme in 30-, 60- und 90-Grad-Beugung durchgeführt. In dieser kann eine Abweichung der Kniescheibe nach außen, sog. Lateralisationstendenz und knöcherne Veränderungen im Gleitlager der Kniescheibe gesehen werden.

Was wir empfehlen

Nach einer ersten Ausrenkung (Erstluxation) ohne begleitende Knorpelverletzungen kann eine Ruhigstellung in einer Knie-Orthese oder Gipshülse für vier bis sechs Wochen ausreichend sein. Zeitgleich sollte auch ein intensiver Muskelaufbau – vor allem der vorderen Oberschenkelmuskulatur (Musculus Quadriceps) – durchgeführt werden.

Nur wenn diese konservative Therapien nicht reichen, ist eine Operation notwendig. Die mittlerweile am häufigsten durchgeführte Operation ist die sog. MPFL-Rekonstruktion, bei der eine knienahe Sehne durch die Kniescheibe geschlungen und an der Innenseite des Oberschenkels fixiert wird. Als knöcherne Eingriffe stehen eine Versetzung des Patellasehnenansatzes nach innen oder eine Verbesserung der knöchernen Gleitrinne (Trochleaplastik) zur Verfügung.

Operative Behandlung: Knorpelchirurgie
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Chondromalacie patellae (Femoropatellares Schmerzsyndrom)

Was ist eine Chondromalacie patellae?

Die sog. Chondropathia oder Chondromalacia patellae stellt eine sehr häufige Erkrankung, vor allem bei Jugendlichen dar. Klinisch stehen teils starke Schmerzen im Kniescheibenbereich, besonders beim Bergabgehen, im Vordergrund. Da sich der Schmerz eher diffus auf der Vorderseite des Kniegelenks manifestiert, wird dieses Schmerzbild heutzutage zunehmend als vorderer Knieschmerz oder anterior knee pain beschrieben. Die Ursache des Schmerzbildes bleibt weiterhin unklar.

Diagnose

Klinisch wird die Diagnose durch den sog. Zohlentest erhärtet. Die Diagnose richtet sich in erster Linie nach der Klinik und im Sinne des Ausschlusses anderer Erkrankungen des Kniegelenkes. Eine MRT ist in den meisten Fällen nicht zwingend notwendig, kann aber bei anhaltenden therapieresistenten Schmerzen erfolgen.

Therapie

Die Therapie erfolgt meist konservativ mit einer aktiven und passiven Heilgymnastik. Im Vordergrund stehen die Kräftigung des Musculus quadriceps femoris durch exzentrische Belastung sowie die gleichzeitige Dehnung des Muskels. Zudem können physikalische Anwendungen wie Salicylat-Iontophorese, Elektrotherapie und Fango-Packungen verordnet werden. Auch Kinesio-Taping und Querfriktionen haben sich als gute Therapiemöglichkeit entwickelt. Eine operative Therapie ist nur sehr selten nötig.

Operative Behandlung: Knorpelchirurgie
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Genu Varum / Genu Valgum (O- und X-Bein)

Was ist das – Genu Varum und Genu Valgum?

Die O- oder X-Bein-Fehlstellung des Beines, kann ein- oder beidseitig auftreten. Bis zum 2. Lebensjahr ist eine O-Fehlstellung physiologisch. Im weiteren Verlauf erfolgt etwa bis zum 7. Lebensjahr eine zunehmende Valgisierung. Ab dem 8. Lebensjahr sollte eine annähernd gerade Beinachse vorliegen. Je nach Ausmaß der Fehlstellung kann eine solche behandelt werden.

Diagnose

Bei der Untersuchung gilt es das gesamte Bein zu untersuchen, insbesondere die Füße, da X-Beine oft mit Knick-Senk-Füßen kombiniert auftreten. Ebenso wichtig ist es die Hüften zu untersuchen.

Therapie

Im Kindesalter können bei geringen Fehlstellungen Einlagen mit entsprechender Korrektur ausreichen. Bei starker Fehlstellung kann eine sog. Umstellungsosteotomie oder auch ein Verschluss der Wachstumsfuge erwogen werden. Beim Erwachsenen kann die Achsfehlstellung mittels Umstellungsosteotomie beseitigt werden um so eine etwaige frühzeitige Abnützung des Kniegelenkes hintanzuhalten. Bei einem O-Bein erfolgt die Korrektur zumeist mittels einer aufklappenden Tibiaosteotomie, bei einem X-Bein meistens eine sog. Closing-Wedge-Osteotomie an der Oberschenkelinnenseite. Eine Vollbelastung des Beines ist in der Regel nach einigen Wochen wieder möglich.

Operative Behandlung: Achskorrekturen
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Gonarthrose (Kniegelenksarthrose)

Was ist eine Gonarthrose?

In Anlehnung an die Coxarthrose beschreibt die Gonarthrose die Abnützung des Kniegelenkes. Die Gonarthrose ist die am häufigsten auftretende Arthrose. Neben dem Übergewicht als einem der wesentlichsten Risikofaktoren stellt vor allem eine Achsfehlstellung (X- oder O-Bein) einen weiteren Risikofaktor dar. Bei vielen Patienten ist auch das sogenannte femoropatellare Gelenk betroffen.

Symptome und Diagnose

Typisch für die klassische Abnützung des Kniegelenkes sind zunächst belastungsabhängige Schmerzen. Diese sind vor allem bei den ersten Schritten bemerkbar, man spricht von sog. Anlaufschmerzen. Im weiteren Verlauf kommt es zunehmend zu einer Bewegungseinschränkung und auch zu Ruheschmerzen.

Bei der klinischen Untersuchung können größere Achsfehlstellungen festgestellt werden. Weitere Anzeichen sind Druckschmerzen am Gelenkspalt, Schwellungen bzw. Überwärmungen sowie knirschende Geräusche. Die Röntgenaufnahmen werden in zwei Ebenen durchgeführt. Bei noch unklarem Knorpelzustand kann im Anschluss auch eine MRT erfolgen.

Therapie

Anfangs steht die lokale Therapie im Vordergrund. Lokal abschwellende Maßnahmen wie Eis und Topfen sowie die Einnahme von schmerz- und entzündungshemmenden Substanzen sollten in dieser Phase Anwendung finden. In der reizfreien Phase kann eine sog. Viskosupplementation mit Hyaluronsäure angedacht werden. Alternativ kann bei jungen Menschen auch eine ACP (autologes conditioniertes Plasma) in Erwägung gezogen werden. Des Weiteren ist ein Muskelaufbau der Oberschenkelmuskulatur nötig.

Bei stark fortgeschrittener Arthrose des Kniegelenks ist der künstliche Kniegelenksersatz die Therapie der Wahl. Je nach Schweregrad können unterschiedliche Prothesen zum Einsatz kommen. Sollte nur ein Abschnitt des Gelenkes betroffen sein, so kann auch eine sog. Schlittenprothese (unikondylärer Ersatz) implantiert werden. Über die unterschiedlichen Prothesentypen, Zugänge und Vor- und Nachteile informiere ich Sie gerne in meiner Ordination.

In der unmittelbaren postoperativen Phase liegt das Hauptaugenmerk auf Schmerzreduktion und Abschwellung. Zeitgleich wird darauf geachtet die Beuge- und Streckfähigkeit möglichst schnell wiederherzustellen. Die Verwendung von Unterarmstützkrücken empfehle ich in der Regel für 4–6 Wochen.

Operative Behandlung: Kniegelenksersatz
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